Zum Inhalt springen
Flugplatz Itzehoe EDHF Der Wohlfühlflugplatz im hohen Norden
  1. EDHF
  2. Reiseberichte
  3. Atlantik-Überquerung LY-ICE
  4. Leg 1: Vorbereitung in Litauen

Leg 1: Vorbereitung in Litauen

  1. EYPR
  2. EDHF
  3. EGPC
  4. BIRK
  5. BGBW
  6. CYYR
  7. KALB
  8. KFFA
  9. KMQI
  10. KBHC
  11. 22FA

Leg1/8

EYPREDHF

Palanga, Litauen – Itzehoe / Hungriger Wolf

Datum
1. Juni 2024

Eigentlich sollte unsere Midnight Pearl im Container nach Florida reisen. Am Ende stand der Entschluss: Sie überquert den Atlantik selbst. Ein Bericht über die Vorbereitung zwischen Litauen und dem Hungrigen Wolf.

Flugzeug
LY-ICE „Midnight Pearl“
Im Dienst
14 Jahre, über 420 h
Zusatztank
33 gal TurtlePac
Reichweite
6:30 h bei 190+ kt TAS

Container oder eigener Flug?

Am 20. März flog ich unsere Midnight Pearl nach Litauen zur Firma Termikas, die das Flugzeug von Anfang an zuverlässig technisch betreut hatte. Der Plan war, nach langem Hin und Her, das Flugzeug in einen Container zu stecken und nach Florida überführen zu lassen.

Meine Idee war eigentlich, dass das Flugzeug abgesehen von den Tragflächen hätte ganz bleiben können. Das Höhenruder war etwas breiter als der Container, ich dachte jedoch, man könne den Flieger in einem leichten Winkel im Container unterbringen.

Beim Gespräch mit dem verantwortlichen Mechaniker wurde deutlich, dass nicht nur die Flächen abgebaut werden mussten. Durch das Aufschwingen des Containers während der Überfahrt und das Verladen von Land auf See wäre die Idee, den Flieger leicht gedreht zu verschicken, nicht umsetzbar gewesen. Radschuhe, Höhenruder, Seitenruder und Propeller hätten abgebaut werden müssen, um das Flugzeug an Bug und Heck ausreichend gegen Transportschäden zu sichern.

Inspektion, ADS-B und Zusatztank

Der Flieger hatte uns 14 Jahre und über 420 Flugstunden ohne Probleme gedient, und auch die drei Stunden nach Litauen waren schnell und sicher geflogen. Also fasste ich den Entschluss, das Geld fürs Zerlegen und Einpacken lieber in eine gründliche Inspektion, die Aufrüstung mit ADS-B, die für die USA ohnehin anstand, und einen Zusatztank zu stecken.

Auf der Flugzeugmesse Sun ’n Fun in Florida wurde ein 33-Gallonen-TurtlePac-Zusatztank mit Pumpe erworben.

Eine günstige ADS-B-Lösung erwies sich als nicht mehr funktionsfähig, also mussten wir kurzfristig einen komplett neuen Transponder kaufen. Leider hing dieser fast zwei Wochen im litauischen Zoll fest, was meinen geplanten Abflug ebenfalls verzögerte.

Einen Tag vor meinem Abflug nach Litauen fand man zusätzlich noch einen Riss in einer Schweißnaht im Motorträger. Nach einiger Diskussion mit diversen Fachleuten entschied ich mich für die Reparatur. Sie wurde fachgerecht sogar am Wochenende durchgeführt, kostete aber trotzdem noch einmal zwei Tage.

TurtlePac-Zusatztank, Produktbild
Der TurtlePac-Zusatztank (Screenshot)
Riss in der Schweißnaht am Motorträger
Der Riss in der Schweißnaht am Motorträger

Testflug in EYPR und Heimflug zum Hungrigen Wolf

Am Tag meiner Ankunft sah der Flieger noch lange nicht fertig aus. Termikas arbeitete quasi rund um die Uhr.

Der erste Testflug mit dem neuen Zusatztank fand am Samstag, dem 1. Juni, in EYPR statt. Das Tanksystem arbeitete einwandfrei, die Programmierung des Transponders benötigte jedoch mehr Expertise, als ich leisten konnte.

Am Nachmittag flog ich das Flugzeug zurück nach Deutschland zum Hungrigen Wolf, EDHF. Unterwegs probierte ich weiter die Tankanlage aus, alles funktionierte wie gedacht. Ein sehr entspannter Flug: Als Ausweichflugplatz für den Hungrigen Wolf hätte ich meinen Startplatz EYPR nehmen können.

6:30 h Reichweite bei 190+ kt TAS

Unterwegs mit der LY-ICE Unterwegs mit der LY-ICE Unterwegs mit der LY-ICE Unterwegs mit der LY-ICE

Transponder und Warten aufs Wetter

Das Transponderproblem wurde am Montag, dem 3. Juni, kurzfristig und professionell bei der Firma Porta Air Service behoben. Dennoch brauchten wir vier Stunden, um den Transponder einzurichten und die Navigationsgeräte auf den neuesten Stand zu bringen. Der Plan war nun, am Dienstag loszufliegen.

Hätte da nicht ein kurzfristiges Auffrischen des Windes in Reykjavik mit Böen über 40 Knoten für die nächsten drei Tage einen Strich durch die Rechnung gemacht. So entschied ich mich, noch drei Tage mit meiner Enkelin zu verbringen, anstatt in Wick (EGPC) in Schottland zu warten.

Unterwegs mit der LY-ICE Unterwegs mit der LY-ICE Drei Tage mit der Enkelin

Überleben über dem Nordatlantik

Tatsächlich brauchte ich die drei Tage noch, um mich besser auf den Flug vorzubereiten. In dem von einem Fliegerkameraden ausgeliehenen Kälteschutzanzug hätte ich nicht vier Stunden fliegen können. Er ist eigentlich dafür gemacht, ein Schiff zu verlassen, und wird kurz vor dem Sinken schnell übergezogen. Das Fliegen in einem komplett angezogenen Immersion Suit war für mich ausgeschlossen.

  1. Den Anzug mit den Füßen bis zur Hüfte anziehen und so ins Cockpit setzen.
  2. Arme und Oberteil so platzieren, dass sich der Anzug bei einer bevorstehenden Notwasserung im Flugzeug schnell genug ganz anziehen lässt.
  3. Danach die Schwimmweste überziehen, das Rettungsboot an der Schwimmweste befestigen und wieder anschnallen.

Es folgten mehrere Übungen, den Kälteschutzanzug überhaupt und dann im Flugzeug anzuziehen. In die Handschuhe musste in jedem Fall Talkum, damit sich die Gummihandschuhe anziehen ließen. Drei Minuten hat’s gedauert, dann war der Anzug angezogen.

Überlebensausrüstung für den Atlantikflug

Letzte Tage am Hungrigen Wolf

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, Verzurrmaterial zu suchen und zu finden und alles optimal im Flieger zu verstauen. Kurzfristig musste ich auch noch mein deutsches Fliegertauglichkeitszeugnis erneuern. Danke an Paul für den kurzfristigen Termin für die Untersuchung. Eigentlich war keiner der drei Tage ungenutzt.

Noch schnell ein Bild vor unserer ehemaligen Halle am Hungrigen Wolf. Hidden River und die Flying Alligator Ranch warten schon.

Freitag, 10:00 Endlich sollte es losgehen.

LY-ICE vor der ehemaligen Halle am Hungrigen Wolf