Chronik der alten Homepage 1950 – 1977

Geschrieben von Rudi Biehl: Anfang bis 1975 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums

Geschrieben von N.N. von 1975-1979

 

1950

Als offizielles Gründungsjahr des Itzehoer Luftsportvereins gilt das Jahr 1950. Segelflieger aus Itzehoe nahmen an der Gründungsversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Luftsportvereine am 24. September 1950 in Neumünster teil. In der Gründungsurkunde steht als 6. Unterschrift von den 7 Gründervereinen der von Itzehoe.

Im Oktober 1950 bestand die „Interessengemeinschaft Segelflug Itzehoe“ aus 25 Mitgliedern; davon seien genannt: Kurt Stück, Rudolf Biel, Kurt Zarnitz, Heinrich Peters, Fritz Fedder, Günter Schaumann, Adolf Rohde. Die Anfänge des Vereins reichen jedoch bis in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg: Damals bestand unter Kurt Stück eine Segelfliegergruppe in Itzehoe mit einem Schulgleiter. Geflogen wurde z. B. auf dem Bocksberg. Die Werkstatt befand sich in der ehemaligen Tapetenfabrik hinter dem Feldschmiedekamp. Daneben bestand in der Neuen Straße eine Modellflugwerkstatt unter Bieler.

1945 wurden die Werkstätten mit Gerät und Werkzeugen durch die Besatzungsmacht „aufgelöst“ – nur die alten Segelflieger bildeten weiter eine lose Interessengemeinschaft, die sich im Laufe der luftsportlosen Jahre „verdichtete“. In den Jahren 1950/51 kamen – zum Teil aus den nach Itzehoe verschlagenen Flüchtlingen – neue Mitglieder hinzu, wie Günter Stabenow, Werner Stöven, Ernst Haase.

1956

Wilhelm tho Seeth wird zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt. Ein Segelflugzeug Baby III wird beschafft.

Am 6. August wollen die Schäfer eine Entschädigung für Grasschäden. Darauf geht die Platzhalterschaft am 18. August auf die Motorflug GmbH über.

Am 22. Juni führt der Deutschlandflug auch über Itzehoe, 50 Maschinen sind gemeldet -Burdapreis der Lüfte – Falderbaum in Itzehoe.

Bruch des Schulgleiters “SG 38″ (Erich Harwardt fliegt in die Fichtenschonung am Platzrand). Ein Doppelsitzer “Laister-Kaufmann“ kommt als 3. Segelflugzeug. Hans Schliwski wird Leiter der Motorflugschule mit 2 Schulmaschinen.

Durch Günter Stabenow wird in der Baracke der Schulgleiter repariert, unter Verwendung der im Jahre 1952 gebauten Rippen!

Am 20. Oktober tritt Wilhelm tho Seeth als 1. Vorsitzender zurück. Zum neuen 1. Vorsitzer wird Ernst Haase gewählt, 2. Vorsitzer wird Joachim Becker, 3. Vorsitzer wird Rudolf Biel.

Es werden 186 Segelflugzeugstarts gemacht. Die Zahl der Mitglieder beträgt 58.

1957

Auf der Hauptversammlung erfolgt die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden Ernst Haase.

Das “Baby III“ wird von Joachim Becker auf die Kiefern am Platzrand “gelandet“. Der Bruch wird gemeinsam unter Günter Stabenow repariert. Am 27. April 1957 erfolgt die Abnahme.

Wieder Deutschlandflug über Itzehoe.

Am 23. Juli wird unser Fluglehrer Rolf Ernst bei einem Absturz mit der “Laister-Kaufman“ tödlich verletzt.

Am 29. Juni erfolgt eine Spende durch Gruner und Jahr (G+J) über 1500 DM, für die sich Haase und Biel schriftlich bedanken. Es wurden bis dahin im Jahre 1957 196 Starts mit 11 1/2 Stunden durchgeführt. Dann folgt auf den Schock die große Pause.

1958

Ernst Haase verstirbt. Neuer 1. Vorsitzender Hermann Richter, 2. Vorsitzender Joachim Becker, 3. Vorsitzender Rudolf Biel.

Es wird in diesem Jahr nur an 8 Sonntagen geflogen. Der “Hungrige Wolf“ wird mit einer Heeresfliegerstaffel belegt. Gerd Hellinger ist Fluglehrer an der Motorflugschule.

Segelflugbetrieb unter Sachau-Brüggert-Kuchel. Kein Motorflugbetrieb im Verein. Der Deutschlandflug geht wiederum über Itzehoe. Joachim Becker geht nach Husum. Nur noch 26 Mitglieder, davon 12 Segelflieger, 1 Schulgleiter “SG 38″ 1 “Baby III“.

1959

Der Vorstand besteht aus 1. Vorsitzender Hermann Richter, 2. Vorsitzender Rudolf Biel. Die Gefahr der gänzlichen Belegung des Platzes durch die Bundeswehr wächst. Die Bauarbeiten beginnen, ein Sommer mit zunehmenden Schwierigkeiten beginnt. Der Pachtvertrag über 480 qm Gelände läuft am 1. April 1959 aus. Am 30. August muss auch die Baracke wegen Abriss geräumt werden. Auch die Tankbaracke muss verschwinden.

 

1960

Der Vorstand wird wiedergewählt.

Der Flugplatz der Heeresflieger ist entstanden, der Ausbau geht weiter. Das Ministerium zieht die Genehmigung als Landeplatz zurück und lässt die Genehmigung als Segelfluggelände ruhen.

Die Segelflieger weichen nach Hopen und Kaltenkirchen aus. Am 12. April macht Bruno Hoffmann seine Motorfluglehrerprüfung.

1961

Der Militärbetrieb auf dem Flugplatz wächst, die Ausbauarbeiten gehen weiter. Auf Betreiben der BW wird die Halle für Hubschrauberreparaturen (die bis dahin in danebenstehenden Zelten ausgeführt wurden) für DM 200,- / Monat an die BW vermietet.

Als 3. Vorsitzender wird Bruno Hoffmann in den Vorstand gewählt.

Jürgen Job kauft mit Hilfe eines Darlehens des Vereins die “Aeronka Chief“ und muss sie in Hopen unterstellen, weil inzwischen in Itzehoe keine Möglichkeiten mehr bestehen!

1962

In diesem Jahr fand auf dem Platz kein Flugbetrieb statt, dafür ging der Ausbau des Militärplatzes zügig voran. Ein Antrag Jürgen Jobs um Landegenehmigung in Itzehoe wird abgelehnt, weil der Platz ein rein militärischer Platz sei. Es wird von einer Gruppe Mitglieder versucht, in Ölixdorf einen Platz einzurichten, die Gemeinde lehnt jedoch ab. Am Ende des Jahres hat der Verein nur noch 16 Mitglieder.

 

1963

Ab 1. Februar 1963 wird Bruno Hoffmann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der Schwerpunkt im Verein geht endgültig vom Segelflug auf den Motorflug über. Am 1. April wird die Halle wieder frei. Bruno Hoffmann und Jürgen Job versuchen mit allen Mitteln, die Militärs auf dem Platz umzustimmen. Am 6. Mai erfolgt wiederum eine Spende von G + J. Am 25. Mai finden die Norddeutschen Segelflug-Meisterschaften mit anschließendem Fliegerball statt.

Endlich im August ist die Wehrbereichsverwaltung grundsätzlich bereit, die Mitbenutzung des Flugplatzes “Hungriger Wolf“ zu genehmigen. Im Oktober 1963 tritt Otto Ohl in den Verein ein. Der Mitgliederbestand beträgt am 1. Oktober wieder 27. Der Kassenbestand beläuft sich auf 7432,- DM

1964

Bruno Hoffmann ist weiter 1. Vorsitzender des Vereins. Er wird zusätzlich Motorfluglehrer des Vereins und Landesbeauftragter für Luftaufsicht.

Im Februar wird ein Telefonanschluss für den ILV in den kleinen Anbau (jetzt Küche) gelegt. Im Juli schenken Otto Ohl und Jürgen Job dem Verein die “Aeronka“. Es wird an einer neuen Satzung gearbeitet. Das Gerüst des “Tower“ wird ausgebaut.

Otto Ohl kauft die Pieper PA22 D-EBKE und für den Verein die Piper J3C D-EGEL. Später folgt die D-EBER. Im Dezember ist der Entwurf der neuen Satzung fertig.

1965

Bruno Hoffmann wird wiedergewählt. Im Februar erfolgt nach 2 1/4 jährigen Bemühungen die Genehmigung für die Mitbenutzung des Platzes und im Juni erfolgt die Einweihung.

Die Schulung auf dem Flugplatz “Hungriger Wolf“ wird von der Firma Nordflug GmbH, Hartenholm, als Ausbildungsbetrieb durchgeführt. Rolf Sohn wird Fluglehrer. Später folgen Heini Rühlmann und Otto Ohl.

Im Herbst wird mit dem Ausbau des Clubhauses begonnen.

Im Oktober tritt Bruno Hoffmann zurück und am 28. Oktober wird Otto Ohl zum 1. Vorsitzenden gewählt, 2. Vorsitzender Günter Stange, Schatzmeister Horst Schneider.

1966-1969

Durch die organisatorischen Fähigkeiten des neuen Vorsitzenden entwickelt sich reges Leben. Die Mitgliederzahl wurde größer, 1966 konnte ein 1,6 ha großes Gelände an der B 77 gepachtet werden. 1967/68 entstand eine 800 qm große Halle (heutige Halle 2) mit 10-13 Abstellplätzen.

Frau Rühlmann betreut die Gäste im Clubraum, später Frau Sohn.

1966 führte der Verein einen kleinen Flugtag auf Kreisebene durch. Außerdem wurden im Herbst die Vereinsmeisterschaften um den “Rolf Ernst-Gedächtnispokal“ ausgetragen. Dieser Wanderpokal wird alljährlich neu vergeben.

Dem Itzehoer Luftsportverein wurde von der Landesregierung die Erlaubnis erteilt, Luftfahrer auszubilden. Der Schulbetrieb wurde vergrößert, und viele Flugschüler konnten ihren Pilotenschein erwerben. Inzwischen hatten sich auch einige Mitglieder eigene Sportflugzeuge angeschafft. Höhepunkt aller flugsportlichen Veranstaltungen war der im Sommer 1968 durchgeführte Großflugtag, an dem sich etwa 20 000 Zuschauer beteiligten.

Reges Leben herrschte auch bei den Segelfliegern, die inzwischen ein neues Leistungsflugzeug vom Typ Ka 8 erhalten hatten. Unter der bewährten Betreuung von Helmut Haselau und ihrer verantwortlichen Lehrer H. Kipke und Hans Kordack, hat sich diese Gruppe hervorragend gesteigert. Bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 1969 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Die Mitglieder wählten H. W. Voss als 1. Vorsitzenden. Der Schulbetrieb im Jahre 1969 lief auf vollen Touren, Es konnten 8 Pilotenscheine und 7 Funksprechzeugnisse an die neuen Piloten übergeben werden. Die Segelfluggruppe hatte fast 2000 Starts erreicht.

1970

Auch im Jahre 1970 herrschte ein reges Leben auf dem Platz: Vom 19. – 31. Mai fanden die Norddeutschen Segelflugmeisterschaften statt. Im Frühsommer fand ein “Fly-ln“ statt und im Herbst die bekannte Vereinsmeisterschaft.

Frau Sohn betreute weiterhin die Club-Kantine und sorgte nicht nur für das leibliche Wohl der Mitglieder, sondern betätigte sich sehr oft am Telefon, wenn es darum ging, die notwendigen “Verbindungen“ herzustellen.

1971

Rolf Struve und Ernst Meissner legen in St. Michaelisdonn ihre Fluglehrerprüfung ab. In diesem Jahr konnte eine weitere Steigerung im Flugbetrieb erzielt werden: mit 6875 Starts eine Steigerung von 15-20 %. Im Segelflug 1706 Starts mit 460 Std. Die Zahl der Mitglieder betrug 130.

Als Nachfolger von H.W. Voss wird Horst Schneider als I. Vorsitzender gewählt. Günter Stange übernimmt für 2 Jahre die Aufgaben des I. Schatzmeisters für Manfred Irmer, der 1970 ursprünglich für 3 Jahre gewählt worden war. Rolf Struve wird Nachfolger von Günter Stange als „Beauftragter für Luftaufsicht des Landes Schleswig-Holstein“ (BfL).

1972

Hermann Huß wird als Nachfolger von Karl-Heinz Noering als 2.Vorsitzender gewählt. Werner Stöven wird Jugendwart als Nachfolger von Rudi Biel. Rolf Struve wird als Motorflugreferent gewählt.

1973

Im Frühjahr 1973 verstirbt Horst Schneider und der Verein ist ohne 1. Vorsitzenden. Horst Schneider hatte sich sprichwörtlich bis zum letzten Atemzug für den Verein eingesetzt. Am 28.Juni beruft Hermann Huß eine Außerordentliche Mitgliederversammlung ein, um einen neuen 1. Vorsitzenden zu wählen. Peter Nawothnig hatte von Günter Stange das Amt des 1. Schatzmeisters übernommen. Weil aber kein Kandidat bereit ist, das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen, stellt sich Rolf Struve in der turbulenten Versammlung als „Kommissarischer 1. Vorsitzender“ zur Verfügung. Dies muss aber im August in einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung durch direkte Wahl umgewandelt werden.

Im Oktober werden die Landesmeisterschaften im Motorflug in Itzehoe ausgetragen. Einige Wochen danach gibt es die jährliche Vereinsmeisterschaft der Motorflieger. Am 24. Nov. 73 findet im „Lübscher Brunnen“ der große „BALL ÜBER DEN WOLKEN“ statt, von dem heute noch geschwärmt wird.

1974

Die „Internationale Ostsee-Rallye 1974“ beginnt mit einem Sternflug nach Itzehoe mit 70 Flugzeugen. Einen Monat später im September erfolgt in Itzehoe die Zwischenlandung der Teilnehmer der „Deutschen Motorflugmeisterschaft 1974“. Wie bei der Landesmeisterschaft im Vorjahr ist Rolf Struve als Motorflugreferent des Landesverbandes auch hier wieder Wettbewerbsleiter und hatte ebenfalls die Aufgaben gestellt.

1975

Rolf Struve wird wieder als 1. Vorsitzender gewählt, obwohl er sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Die von ihm überarbeitete Satzung und die neu aufgestellte, seit langer Zeit geplante Geschäftsordnung und die Flugbetriebsordnung werden in der Jahreshauptversammlung angenommen. Rolf Schröder übernimmt das Amt des I. Schatzmeisters von Peter Nawothnig, dem es zu verdanken ist, dass die finanziellen Dinge des Vereins übersichtlich gestaltet wurden. Drittes Mitglied im geschäftsführenden Vorstand bleibt Hermann Huß.

1976

Das Jahr 1976 beginnt am Samstag, den 5.Januar mit einem Orkan, der an der Küste und in Hamburg die sogenannte „Flut-Katastrophe“ auslöst. Weil der Flugplatz Itzehoe Hungriger Wolf damals noch ein öffentlicher Verkehrs-Landeplatz ist, muss die Luftaufsicht auch bei solchem Sturm besetzt sein. Als „Wochenend-Flugleiter“ Rolf Struve auf dem Flugplatz merkt, dass sich das Dach über dem Clubraum bei jeder Orkan-Boe anhebt, ruft er „in seiner Not“ Rudi Biel in Itzehoe an, der sofort mit großen Schraubzwingen angefahren kommt. Die Schraubzwingen werden gemeinsam auf dem Dach liegend angebracht, um das Dach vor dem Wegfliegen zu bewahren.

Weitere Schäden sind lediglich wieder einige umgestürzte Bäume neben den Vereins-Gebäuden und der damals noch obligatorische Stromausfall bei Sturm, bedingt durch die oberirdische Stromzuführung, die erst einige Jahre später sturmsicher verspannt wird.

Auf der Jahreshauptversammlung wird Hermann Huß als 2.Vorsitzender in geheimer Wahl wiedergewählt (Die im vergangenen Jahr geänderte Satzung schreibt bei der Wahl von Mitgliedern des  „Geschäftsführenden Vorstandes“ jetzt immer eine geheime Wahl vor). Da bis zur Versammlung kein Antrag auf Neuwahl bzw. Bestätigung des I.Vorsitzenden eingegangen ist, bleibt Rolf Struve im Amt des 1.Vorsitzenden, welches er 1975 zunächst nur für ein Jahr übernommen hatte.

Die Kunstflug-Ausbildung mit der vereinseigenen Cessna C-150 Aerobat erfolgt für sieben interessierte Piloten des Vereins am Flugplatz durch den Fluglehrer Bruno Hoffmann. Bei einigen Mitgliedern findet die Benutzung der vereinseigenen Maschine keine Zustimmung. Harald (Harry) Greger und Hermann Huß setzen die Schulung auf Ihren eigenen kunstflugtauglichen Maschinen Stampe SV 4C bzw. Zlin 526 fort und legen damit auch die Kunstflug-Prüfung ab.

Ein „Gemeinschaftsflug“ führt auch in diesem Jahr nach Norwich zu den Freunden vom Flieger-Club „Felthorpe Flying Group“. Per Flugzeug geht es zur Flugschau nach Seething.

Im Nov.76 schreibt das Ministerium aus Kiel, dass der bisherige Ausbildungsleiter im Motorflug, Ernst Nebendahl, Hartenholm, zeitlich nicht mehr dazu in der Lage ist und Rolf Struve als Nachfolger vorschlägt. Dies wird vom Verein beantragt und vom Ministerium genehmigt.

1977

Auf der Jahreshauptversammlung werden Rolf Struve (I. Vorsitzender) und Rolf Schröder (1. Schatzmeister) für ihre Ämter wiedergewählt. Ebenso Wiederwahl von Helmut Haselau als Segelflug-Referent und Rolf Struve als Motorflug-Referent.

Im Januar 77 erhält der Verein vom Bundesministerium einen geänderten Vertragstext für den Mitbenutzungsvertrag. Der Verein ist aber nicht bereit, diesen Vertrag zu unterschreiben, da von der Aufhebung der Beschränkungen kaum etwas zu merken ist. Auch die Herren des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr in Kiel sind enttäuscht und man schreibt deshalb das Verteidigungsministerium an.

In einer Antwort teilt das Verteidigungsministerium mit, dass man die Einwände überprüft hat, dass aber auf dem Flugplatz demnächst Panzerabwehr-Hubschrauber stationiert würden, die erhöhte militärische Sicherheit verlangen und für die auch möglicherweise das Pachtgelände des Vereins benötigt würde! (Bis jetzt hatte der Verein sich ja hauptsächlich um die Interessen fremder Piloten bemüht, die den Platz anfliegen wollten, doch jetzt war plötzlich das eigene Dasein des Vereins am Platz gefährdet!)

Die geplante neue Halle der Bundeswehr könnte an einer Position gebaut werden, die es den Flugzeugen des Vereins unmöglich machen würde, zu den Startbahnen zu gelangen. Wegen all dieser Schwierigkeiten schlägt das Verteidigungsministerium vor, ein Gelände außerhalb des Platzes zu suchen und nur die Startbahnen zu benutzen. Da eine volle Nutzung des Platzes dann aber trotzdem noch fraglich wäre, würde es kaum finanzielle Unterstützung vom Land geben!

Die Genehmigung zum Bau der geplanten Flugzeughalle neben der großen Halle kann von der Bundeswehr nicht in Aussicht gestellt werden, da das geplante Gelände möglicherweise für Bundeswehrzwecke in Anspruch genommen werden soll, wie auch das bisherige Pachtgelände des Vereins. Damit erübrigt sich somit das Abholzen der Bäume für die Halle, aber auch der Bäume, die die Sicht zur Startbahn behindern!

Bei einer internen Besprechung vom Vorstand und einigen Mitgliedern über die weitere Mitbenutzung werden die Probleme und ihre mögliche Lösung diskutiert. Grundsätzlich geht es primär um das Verbleiben am Platz, und zwar des ganzen Vereins, sowohl der Motorflieger und der Segelflieger. Müsste der Verein den Flugplatz verlassen, käme nur eine Umsiedlung zu einem anderen Flugplatz (Rendsburg) oder der Bau eines ganz neuen Flugplatzes in Frage, um weiterfliegen zu können. Es wird unter Wahrung großer Vertraulichkeit nach geeignetem Gelände im Kreisgebiet Ausschau gehalten. Hier bemüht sich mit großem Engagement insbesondere Peter Nawothnig, aber auch Horst Adolff. Lagepläne mit möglichen Startbahnen und Gebäuden werden auch schon angefertigt.

Alle Vereinsmitglieder sind tief erschüttert, als der Clubkamerad Harry Greger am 23.Juli 77 bei Kunstflug-Vorführungen auf dem Flugplatz Heide-Büsum tödlich verunglückt. Mehrere Vereinsmitglieder, die nach Büsum geflogen waren, werden Zeuge des Unfalls.

Am 6. / 7.August 77 findet mit Unterstützung der Bundeswehr ein „Fly-ln“ des Vereins am Platz statt. 86 auswärtige Flieger nutzen die Gelegenheit, den Flugplatz Hungriger Wolf, wie früher ohne Genehmigung anfliegen zu können.

Am 10.Sept 77 wird die „Landesmeisterschaft für Motorflieger“ am Hungrigen Wolf ausgerichtet. Rolf Struve hatte als Wettbewerbsleiter und Motorflug-Referent des Landesverbandes vom Kommandeur des Heeresfliegerbataillons 6 die Erlaubnis erhalten, diesen Wettbewerb hier am Flugplatz durchführen zu können. Wegen einer plötzlichen Wetterverschlechterung muss die Meisterschaft während des Wettbewerbs abgebrochen und neutralisiert werden! Die Flugzeuge landen wieder in Itzehoe oder auf anderen Flugplätzen. Abends gibt es in der Segelflieger-Halle mit großer Beteiligung ein Spanferkel-Essen, auf dem das bisher schon auf vielen Rundschreiben, Plakaten, Aufklebern und Einladungen abgebildete Vereins-Emblem, oft genannt der „Vereins-Geier“, jetzt in einem „Namenswettbewerb“ seinen Namen „Flunki“ erhält.

Da Dolly Sohn die Betreuung des Vereins-Clubraumes abgegeben hat, wird diese vorerst von einer „Kantinen-Crew“ aus überwiegend weiblichen Vereinsmitgliedern unter der organisatorischen Leitung von Olly Nawothnig übernommen; später nach Versammlungsbeschluss durch einen „Kantinen-Dienst“ für jedes aktive Vereinsmitglied.